Abschluss in der 3. Verhandlungsrunde

Beilngries, den 09.09.2020

Bisher war es in den beiden vorangegangenen Verhandlungsrunden nicht gelungen die Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass es auch in Zeiten von Corona eine angemessene Entgelterhöhung geben muss. Ihren Unmut über die Haltung der Arbeitgeber, zeigten die Beschäftigten mit bayernweiten Gesundheitswochen. Dabei wurde auf die Belastung der Belegschaften, insbesondere während der Corona-Pandemie, aufmerksam gemacht. Die Resonanz auf die durchgeführten Aktionen war bei allen Beteiligten durchweg positiv.

In der heutigen dritten Verhandlungsrunde gelang es nun aber doch einen Tarifabschluss und eine deutliche Erhöhung aller Entgelte für die ca. 5.000 Beschäftigten in der bayerischen Nährmittelindustrie zu erlangen.

Der Tarifabschluss umfasst eine Entgelterhöhung von 2,1% für alle Beschäftigten zum 01.10.2020. Die Laufzeit endet am 31.05.2021. Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls für 2020 um 2,1% pro Ausbildungsjahr. Zudem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung als „Corona-Bonus“ in Höhe von 100,- €, die mit der Entgeltabrechnung im Oktober ausbezahlt wird. Teilzeitkräfte erhalten diesen anteilig zu ihrer Arbeitszeit.

Es war ein hartes Stück Arbeit, bis die Arbeitgeber doch noch verstanden haben, dass gute Arbeit auch finanzielle Wertschätzung erfahren muss. Die Nährmittelindustrie zählt in Zeiten der Krise zu den systemrelevanten Branchen, die dafür sorgen, dass die Regale gut mit Nährmitteln und Gewürzen aller Art gefüllt sind. Vielerorts konnte die Nachfrage nach den hochwertigen Produkten nur mit Mehrarbeit und Sonderschichten sowie der flexiblen Einsatzbereitschaft der Beschäftigten bedient werden. Ein schlechter Abschluss oder gar, wie zunächst arbeitgeberseitig gefordert, eine Nullrunde, wäre nicht zu vermitteln gewesen. Mit diesem Abschluss sind wir aber zuversichtliche, dass die Beschäftigten wieder hochmotiviert an ihre Arbeit gehen, die hohen Standards der bayerischen Nährmittelindustrie in all ihren Facetten hochhalten und weiter zum Erfolg der Branche beitragen werden.“, so Mustafa Öz, NGG Landesvorsitzender und Verhandlungsführer.

Zu Bayerns Nährmittelindustrie zählen Unternehmen wie Hipp, Raps, Mondelez, Bernbacher, Ireks, Wela, Nutrichem, Saumweber und Innfood.

Für Rückfragen steht Ihnen der Landesbezirksvorsitzende und Verhandlungsführer NGG Bayern, Mustafa Öz zur Verfügung.