Mit knapp 19.000 Beschäftigten und 11,7 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr ist die bayerische Milchwirtschaft ein wichtiger Zweig der Ernährungsmittelindustrie im Land. In Bayern wird auch mit Abstand am meisten Milch im Bundesgebiet produziert und weiterverarbeitet. Von den Voralpenlandschaften Oberbayerns und des Allgäus, bis Würzburg und an die thüringische Grenze finden sich Betriebe aller Größen, die von Frischmilch bis zum Käse alles herstellen, was die Milch hergibt.

Gleichzeitig ist die bayerische Milchindustrie eines der stärksten Tarifgebiete bei NGG. Seit über 20 Jahren werden gute Tarifabschlüsse gemacht und die Belegschaften unterstützen jede Verhandlung wenn nötig durch Warnstreiks und Aktionen. Auch werden hier Themen wie Altersvorsorge und Azubiübernahme platziert und von den Kolleginnen und Kollegen angenommen und erstritten.

Aktuelle Meldungen

Milch-Tarifrunde 2020|Weiterhin keine Einigung im Tarifkonflikt.

Gewerkschaft NGG ruft Schlichtung an!

Fürstenfeldbruck, 08.10.2020│NGG Tarifkommission.

Fürstenfeldbruck, 08.10.2020|Die 2. Verhandlungsrunde zum Abschluss eines neuen Entgelttarifvertrages für die ca. 19.000 Beschäftigten in der bayerischen Milchwirtschaft blieb erneut ergebnislos. Die Arbeitgeberseite war nicht bereit ihr altes Angebot von 1,5% signifikant zu erhöhen. Lediglich eine Entgelterhöhung von 1,7% für 12 Monate war den Arbeitgebern die Arbeitsleistung der Beschäftigten unter den erschwerten Arbeitsbedingungen durch Corona wert. Dabei zählt die Branche eher zu den Profiteuren als zu den Verlierern der Krise. Zusätzlich stellen die Arbeitgeber einen einmaligen Coronabonus im niedrigen dreistelligen Bereich in Aussicht.

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Die Enttäuschung ist groß!

Arbeitgeber bieten lediglich ein Magerangebot.

Die große Tarifkommission stimmt für die Vertagung der Verhandlung. Die zweite Verhandlung findet am 08.10.2020 in Fürstenfeldbruck statt

Wir geben alles, die Anlagen brummen und das ist den Arbeitgebern nur 1,5% wert!

München, 10.09.2020

Was hat Corona in der Milchwirtschaft eigentlich mit Lohnzurückhaltung zu tun? Das fragen sich viele Beschäftigte, vor allem aber die NGG-Tarifkommission, die am 10. September 2020 in München das erste Mal in dieser Entgelttarifrunde mit dem Arbeitgeberverband am Verhandlungstisch saß.

Natürlich gibt es Branchen, die erleiden durch Corona und den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine wirtschaftliche Krise oder stehen teilweise ganz vor dem Aus – aber in der Milchwirtschaft? Die Branche ist systemrelevant! Viele von euch haben durch Sonderschichten und Mehrarbeit dafür gesorgt, dass die Regale in den Supermärkten stets gut gefüllt waren. Viele Betriebe haben in den Monaten des Lockdowns viel mehr produziert und verkauft als ohne Corona.

All das wurde bei der Erstellung der Forderung, am 22. Juli 2020 in Fürstenfeldbruck, von eurer Tarifkommission berücksichtigt.

Deswegen sagen wir: 6%, mindestens jedoch monatlich 190€ mehr Lohn, sowie 125€ mehr Ausbildungsvergütung pro Ausbildungsjahr ist fair und notwendig! Von überzogen kann keine Rede sein, wenn man sich die Fakten genau anschaut.

Deshalb war die NGG-Tarifkommission sehr enttäuscht darüber, dass eure Leistung und euer Einsatz, unter den erschwerten Arbeitsbedingungen durch Corona, von den Arbeitgebern nicht wertgeschätzt wird. „Lediglich eine Erhöhung von 1,5% kann es geben. Die wirtschaftlichen Gegebenheiten lassen ein anderes Angebot nicht zu“, so die Arbeitgeberseite.

Für die NGG-Tarifkommission ist klar – das Arbeitgeberangebot ist inakzeptabel, gar eine Farce. Mustafa Öz (Verhandlungsführer) stellt nach dem Abbruch der Verhandlungen klar: „Der Branche geht es sehr gut und gerade in den letzten Wochen und Monaten mussten die Beschäftigten noch zusätzlich eine Schippe drauflegen.“

Wir sind verärgert und werden unseren Unmut vor den Werkstoren kundtun. Wer meint die Beschäftigten der bayerischen Milchindustrie mit einem Magerangebot abspeisen zu können, der hat sich getäuscht.

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