Brauer - Tarifverhandlungen gescheitert!

04. Mai 2022

NGG Tarifkommission

In der zweiten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber eine monatliche Erhöhung von nur 100€ über alle Gruppen angeboten. Dies entsprich einer Erhöhung im Ecklohn von 2,7% und den oberen Lohngruppen weit weniger. Arbeitnehmer lehnen dies vor dem Hintergrund der extremen Inflation von über 7,5% und der sehr guten Absatzentwicklung ab. Ein Schlichter soll den Tarifkonflikt nun lösen.  

Auch die zweite Verhandlungsrunde zum Abschluss eines neuen Entgelttarifvertrages für die gut 10.000 Beschäftigten in der Bayerischen Brauwirtschaft blieb ergebnislos. Die Arbeitgeber haben lediglich eine monatliche Erhöhung von 100€ angeboten. Inakzeptabel für die Tarifkommission der NGG. Bei einer großen Tarifumfrage der Gewerkschaft NGG im Vorfeld zur zweiten Verhandlungsrunde, hat eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmenden die Forderung der NGG unterstützt und die Bereitschaft gezeigt sich aktiv an Aktionen (inkl. Streiks) zu beteiligen.

Die Lage bei den Brauereien hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich entspannt. Die Volksfeste sind stark besucht, die Gastronomie brummt, die Auftragsbücher sind voll, genauso wie die Überstundenkonten in den meisten Brauereien. „Den Beschäftigten machen die hohen Verbraucherpreise und die schwindelerregende Inflation, von aktuell 7,5% (in Bayern), stark zu schaffen. Sie leisten Tag für Tag gute und vor allem harte Arbeit und sie sind das Fundament der guten wirtschaftlichen Lage in den meisten Brauereien. Das Angebot der Brauherren ist viel zu niedrig, es braucht eine deutliche Lohnerhöhung damit die Inflation nicht noch größere Löcher im Portmonee der Beschäftigten reißt. Die Beschäftigten brauchen dringend das Geld.“ sagt Mustafa Öz, Verhandlungsführer und Landesbezirksvorsitzender der NGG Bayern.

Die Gewerkschaft NGG reagiert verhalten auf die Entscheidung der Arbeitgeber. „Uns fehlt ein wenig der Glaube daran, dass uns die Schlichtung diesmal weiterhelfen kann. Unsere Positionen liegen ziemlich weit auseinander und die Arbeitgeber haben in den ersten beiden Verhandlungsrunden gezeigt, dass sie nicht gewillt sind auf unsere Forderung einzugehen.“ so Öz.

Mit der Schlichtung wollen die Arbeitgeber mögliche Streiks verhindern, denn es besteht bis dahin eine Friedenspflicht. „Wir sind auch diesmal fest entschlossen für unsere Forderung noch vor Pfingsten vor die Tore der Brauereien zu gehen. Wenn die Brauherren nicht willens sind ordentlich mit uns zu verhandeln, müssen wir sie an den Wert ihrer Beschäftigten erinnern.“ so Öz abschließend.

Gewerkschaft NGG fordert eine Erhöhung der Löhne um 6,7%, sowie die Anhebung der Ausbildungsvergütungen um € 80 pro Ausbildungsjahr, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Zum Hintergrund: zu Brauer TG gehören u.a.:

Meckatzer Löwenbräu; Aktienbrauerei Kaufbeuren; Allgäuer Brauhaus; Graf Arco; Löwenbrauerei Passau; Kulmbacher Brauerei; Schneider Weisse; Scherdelbräu; Würzburger Hofbräu; Tucher Bräu; Staatliches HB in München; Augustiner Brauerei; Paulaner Brauerei; Spaten-Franziskaner Brauerei; Brauerei Bischofshof; Auerbräu; Hasenbräu; Herzogliches Brauhaus Tegernsee; Hofbräuhaus Freising

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